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Vorschau: Jagged Alliance: Back in Action
Vorschau: Jagged Alliance: Back in Action27.12.2011 - 13:23
Ein Urgstein, ein Klassiker kehrt zurück. Doch kann Jagged Alliance: Back in Action auch an die Qualitäten seiner Vorläufer anknüpfen?
Jetzt ist es also soweit. Ein neues Jagged Alliance steht vor der Tür. Back in Action ist treffende Untertitel, denn die Serie an sich war über lange Jahre eher Missing in Action. Das Quasi-Remake des legendären zweiten Teils sahen wir zuletzt auf der Gamescom. Jetzt hatten wir Gelegenheit, in eine nahezu fertige Version des Taktikspiels zu blicken.
Moment. Was heißt eigentlich Quasi-Remake? Nun. Ganz einfach. Oder auch nicht. Es ist so: Jagged Alliance: Back in Action ist, wenn man so will, eine Neuauflage von Jagged Alliance 2, nur eben mit zahlreichen Umbauten. Beispiel gefällig? Gerne doch! Die Story ist zum Beispiel die Gleiche geblieben. Nach wie vor gilt es, Arulco von der bösartigen Diktatorin Deidranna zu befreien. Und nach wie vor geht das, indem man Sektor für Sektor erobert. Mit angeheuerten Soldaten. Weggefallen dagegen ist das rundenbasierte Spielprinzip. Echtzeit ist die neue Runde. Mitsamt einem umfassenden Planungssystem. Aber der Reihe nach. Zurück zum Anfang. Da wird man nämlich angeheuert. Um eben die erwähnte Diktatorin zu stürzen. Dafür heuert man sich zunächst einige Söldner an. Publisher bitComposer Games und Entwickler Coreplay haben sich dabei an die alten Söldner gehalten. Fans werden alte Bekannte wie Shadow, Scully, Blood und Raven wiederfinden dürfen. Zunächst muss man sich, auf Grund der knappen Kasse, mit einigen schwächeren Amateuren abgeben. Später dann allerdings, da darf man, wenn man genug Kleingeld zur Seite gescheffelt hat, auch die echten High-End-Killer anheuern. Arulco, so heißt der Staat, den es zu befreien gilt. Und angefangen wird beim Flughafen, den man einnehmen muss. Denn ansonsten sieht es schlecht mit Nachschub aus. Es wird sich weiter gekämpft, durch diverse Orte wie Drassen, Meduna und San Mona. Unterwegs wollen andere Gebiete ebenfalls befreit oder erobert werden. Von diversen Verstecken der Unterdrücker, bis hin zu Farmen und Krankenhäusern ist alles da, was sich Hobby-Befreier nur wünschen können. Also alles, was sie auch schon in Jagged Alliance 2 vorfanden. Und es ist klar: Diplomatie wird in keinem der Gebiete von Nöten sein. Die Diktatur muss beendet werden. Und zwar mit roher Gewalt. Was uns zum interessantesten Aspekt von Back in Action bringt: Dem neuen Plan & Go-Modus. Der ersetzt die Rundenstrategie von Einst. Viele waren skeptisch, ob das funktionieren könne. Doch wir können die Skeptiker beruhigen: Das neue System mag ungewohnt klingen, spielt sich aber richtig gut und beinhaltet genug taktische Tiefe für Tüftler und Bastler.
Von Anfang an hat man in Jagged Alliance: Back in Action die gesamte Übersicht über die Karten. Gegner sind gleich zu Beginn sichtbar, was ebenfalls im alten Jagged Alliance nicht der Fall war. Doch zum neuen System passt das gut: Man verschafft sich zunächst einen Überblick, plant im Hinterkopf schon mal seine Route ein und macht sich dann ans Werk. Plan & Go, das funktioniert so: Per Druck auf die Leertaste gelangt man in einen Planungsmodus. Hier darf man munter Befehle geben. Jedes noch so kleine Detail darf mit eingeplant werden. So lassen sich binnen Sekunden ganze Befehlsketten erstellen, welche dann mit einem weiteren Druck auf die Leertaste von den Söldnern ausgeführt werden. Wer glaubt, mit einer einzigen Planungsaktion sei dann eh schon alles gelaufen, der irrt: Die künstliche Intelligenz von Back in Action macht gerne mal einen Strich durch die Rechnung, da sie ja auch, sobald sie den Feind bemerkt hat, gegen den Spieler vorgeht. Man muss also immer wieder pausieren und umdenken, sich auf neue Situationen einstellen und alternative Taktiken entwickeln. In der Praxis hat sich eine Mischung aus Echtzeit- und Planungsmodus bewährt. Aber auch längere Planungsketten, die mit mehreren Squads (Ja, man kann auch wieder mit mehreren Squads ein Gebiet angreifen) einen gewissen Komplexitätsgrad erreichen, funktionieren noch blendend und manchmal sind keine oder nur minimale Änderungen der Strategie nötig. Es ist jedenfalls ein enorm befriedigendes Gefühl, wenn ein Plan am Ende funktioniert hat. Auch ist es schön, dass grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen zielführend sind. Das neue System bietet somit für jeden Spielertyp die passende Möglichkeit, seine Spielweise auszuleben. Etwas, das nicht viele Spiele schaffen. Damit auch für Langzeitunterhaltung gesorgt ist, haben Publisher und Entwickler mal wieder zahlreiche Nebenquests eingebaut, die für Unterhaltung sorgen. Besonders gut gefallen hat uns hier ein Museumswärter, welcher seine verlorenen Schätze, darunter auch den einen Ring, zurückhaben wollte. Überhaupt: Die zahlreichen Gags in Back in Action sind nicht von schlechten Eltern! Die Textschreiber der Item-Beschreibungen haben sich auf jeden Fall alle Mühe gegeben. Das steht fest. Für die Langzeitunterhaltung wurde aber noch mehr getan: So kommt es immer wieder vor, dass die Gegner bereits eroberte Gebiete selbst angreifen und sie dem Spieler wieder abluchsen. Etwas, das es natürlich zu verhindern gilt. Bis man Deidranna erledigt hat, da dürften beim ersten Durchlauf grob 30 Stunden vergehen. Wir jedenfalls sind noch nicht am Ende angelangt...
Technisch präsentiert sich Jagged Alliance: Back in Action recht solide. Sicher, es ist kein Meilenstein, aber sehen lassen kann es sich. Seit der Gamescom-Version hat sich hier deutlich was getan. Man merkt, dass die Entwickler hier mit viel Liebe zum Detail herangegangen sind, auch wenn nicht unbedingt jede Textur hoch aufgelöst daherkommt. Lediglich die Portraits der Soldaten sind weniger schön ausgefallen. Der Rest ist dafür aber insgesamt richtig hübsch geworden, was Screenshots, wie wir feststellen mussten, irgendwie nur schwer herüberbringen können. In der neuen Preview-Fassung von Back in Action waren nun erstmals auch die neuen Stimmen integriert. Die haben sich die Schöpfer ganz ohrensichtlich einiges kosten lassen. Sowohl die englischen, als auch die deutschen Sprecher sind richtig hochwertig. Und nein, keine Angst: Kultfiguren wie Ivan wurden passend synchronisiert. Man merkt, dass hier Wert darauf gelegt wurde, dass die Atmosphäre des alten Teils eingefangen werden konnte.
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