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Testbericht: Orcs Must Die!
Testbericht: Orcs Must Die!09.10.2011 - 14:30
Unser Daniel hat sich mit den Orks angelegt und mal wieder ordentlich was auf die Nase bekommen. In Orcs Must Die! geht der Streit in die nächste Runde.
Orks sind schon eine wirklich merkwürdige Spezies. Sie treten in größeren Gruppen auf, glänzen durch ein schäbiges Aussehen und ungehobelte Manieren. Das könnte durchaus auch der Grund dafür sein, wieso man diese Geschöpfe nie mit einer Frau an ihrer Seite sieht. Nichtsdestoweniger erfreuen sich die Wesen im Fantasy-Genre einer großen Popularität. Ob nun Herr der Ringe, Warhammer oder andere Titel, der Kampf gegen Orcs ist allgegenwärtig. Nun bricht dieser Krieg auch auf dem Marktplatz der Xbox 360 aus. Mit Orcs Must Die! wurde nämlich endlich der heiß erwartete Arcade-Titel veröffentlicht. Die Firma, die hinter dem Videospiel steckt, klingt schon einmal vielversprechend. Robot Entertainment zeichnete in der Vergangenheit nämlich schon für Strategiespiele wie Halo Wars verantwortlich. Bevor es allerdings in den Kampf geht, wird noch kurz die Hintergrundgeschichte wiedergegeben. So geht es zunächst um einen alternden Zauberer, der schon 300 Jahre für den verheißungsvollen Orden gekämpft hat. All die Jahre hat er es geschafft, die Massen von Orks von den Mauern der Festung fernzuhalten. Mit Geschick, Magie und Kampfeswillen hat er sich bislang gegen die Feinde durchsetzen können. Das grausame Schicksal forderte allerdings seinen Tribut. Der Zauberer rutscht auf dem Blut der beseitigten Orkmassen aus und stirbt an den Folgen des Sturzes. Ja, die Welt ist wahrlich grausam. Doch wer soll nun den Posten des alten Mannes einnehmen, wo doch eigentlich niemand mehr zur Verteidigung bereitsteht? Der Lehrling muss es wohl richten. Der Magier hat in seinen letzten Minuten noch das Ende des Ordens vorhergesagt, da der Azubi alles andere als ein großes Talent ist. Nun gilt es also, als Spieler das Gegenteil zu beweisen und den Zauberer doch noch ein wenig in Ehren zu halten.
Die Geschichte gibt nun wirklich nicht viel her. Hier besteht allerdings auch nicht der Anspruch, einen epischen Plot zu bieten. Vielmehr ist die Geschichte ein Grund, wieso man überhaupt gegen die Orks kämpft. Das Klischee des leicht trotteligen Lehrlings wird aber noch weitergeführt und mit entsprechend witzig angehauchten Sprüchen untermalt. Die deutsche Synchronisation zeigt sich an dieser Stelle solide. Die Orks kommen mit gewohnt kernigen Stimmen daher und sorgen ebenfalls für den einen oder anderen dümmlichen Spruch während des Spielgeschehens. Aber was macht man nun eigentlich in diesem Videospiel? Diese Frage lässt sich recht schnell beantworten, denn es geht einzig und allein um das Verteidigen. So hat jeder Level einen sogenannten Spalt zu bieten, in den die Feinde unbedingt eindringen wollen. Und eben dies gilt es zu verhindern. Das macht man mit der Kraft von Zaubern beziehungsweise Waffen, und ebenso mit Fallen. Dabei ist das Spiel in unterschiedliche Levels unterteilt, die jeweils immer wieder einen neuen Spalt parat haben. In einer Herausforderung gibt es dann noch einmal mehrere Gegnerwellen zu überstehen. Gelangen während der Angriffe zu viele Widersacher an ihr erstrebtes Ziel, verliert der Spieler die Mission, und alle Wellen in diesem Abschnitt müssen erneut absolviert werden. Bevor es in einen Kampf geht, hat der Spieler allerdings noch ein wenig Zeit, um sich auf die bevorstehende Herausforderung vorzubereiten. Hier gilt der erste Blick dem Zauberbuch, das alle vorhandenen Objekte anzeigt. Es steht immer eine gewisse Anzahl von Slots zur Verfügung, in denen die Waffen aufgenommen werden können. Da mit jedem abgeschlossenen Abschnitt ein neues Objekt hinzukommt, können natürlich nicht alle Waffen verwendet werden. Die Wahl ist abhängig vom eigenen Geschmack, aber durchaus auch von den Gegnerarten, die im jeweiligen Abschnitt angreifen. Orks sind halt nicht immer Orks. So gibt es größere oder kleinere Arten. Manche stürmen voll drauflos, während sich andere mit der Armbrust eher langsam voranbewegen. Kobolde hingegen sind flink und lassen sich nur schwer von ihrem Weg abbringen. All diese Faktoren müssen bei der Auswahl beachtet werden. Sobald dies geschehen ist, geht es zur Aufstellung der Fallen. Wie erwähnt dreht sich eben alles um die Verteidigung, und zum Glück werden hier vielfältige Instrumente geboten. Teergruben verlangsamen die Feinde beispielsweise, wohingegen Pfleilwände ganz andere Qualitäten besitzen. Alle Objekte kosten allerdings Geld, wovon zu Beginn nur wenig vorhanden ist. Erst mit dem Beseitigen der Kontrahenten kommen neue Taler auf das Konto. Zwischen den Gegnerwellen kann man dann neue Fallen aufstellen und die Verteidigung immer weiter ausbauen. Nach und nach kommen ebenso Wächter oder Bogenschützen dazu, die man erstehen und einsetzen kann. Diese kosten abermals eine Menge Knete und können so schnell, wie sie gekauft wurden, vom Feind natürlich auch wieder zerstört werden. Zwar kommen mit der Zeit immer mehr Objekte dazu, leichter wird es dadurch aber trotzdem nicht. Eher im Gegenteil, denn während die Levelstrukturen anfangs sehr überschaubar sind, werden die Umgebungen mit dem weiteren Verlauf immer weitläufiger. Sie bieten dann mehr Tore, aus denen die Orks angreifen, und andere Spielereien wie etwa Portale. Oft lassen sich dann aber auch die magischen Attacken, die von einer speziellen Leiste abhängig sind, verwenden. Sind in der Umgebung zum Beispiel viele Abgründe vorhanden, genügt oft schon eine Windstoßattacke, um die gemeinen Wesen in den Abgrund zu befördern. Außerdem stehen mit Armbrust und Schwert ebenso einige normale Angriffe zur Stelle, um aktiv in den Kampf einzusteigen, sodass man sich nicht nur auf die Fallen verlassen muss.
Nach dem Abschluss eines Levels erhält man je nach Leistung übrigens noch eine gewisse Anzahl von Schädeln. Sie lassen sich zur Verbesserung der Fähigkeiten einsetzen. So erreicht eine Pfeilwand eine bessere Distanz, oder der Kauf eines Bogenschützen benötigt weniger Münzen. Die Motivation ist durch das immer größere Sortiment an Objekten und die Aufwertungen eben dieser durchaus gegeben. Das Spielgeschehen ist außerdem stets taktisch und der Schwierigkeitsgrad äußerst knackig. Orcs Must Die! eignet sich meist aber nur für eine schnelle Runde zwischendurch. Für längere Manöver ist das Dauergeschnetzel dann doch ein wenig zu einseitig, weshalb auch das Fehlen eines Mehrspielerparts ein wenig sauer aufstößt. Optisch wurde der Titel recht bunt in einer Art Comiclook gestaltet, was auf alle Fälle passend ist. Allzu viel fürs Auge sollte man allerdings nicht erwarten. So wirken viele Animationen eher halbgar. Der rockige Soundtrack passt zwar sehr gut in die Szenerie, ein wenig Abwechslung hätte auf Dauer aber keinesfalls geschadet. So fängt die Hintergrundmelodie nach einigen Herausforderungen langsam an, ein wenig an die Substanz zu gehen.
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