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Special: RTL und die Beleidigungen auf der Gamescom

24.08.2011 - 13:42
RTL Explosiv berichtete über die Gamescom. Doch was da am Ende im Bericht herauskam, das ging unter die Gürtellinie. Wieso? Weshalb? Warum? Wir verraten es euch!

Es war klar, dass es früher oder später passieren musste. Wie jedes Jahr. Immer wieder gibt es ziemlich üble Ausrutscher, wenn es um die Berichterstattung über Computer- und Videospiele geht. In diesem Jahr hat RTL Explosiv zur Gamescom den Vogel allerdings abgeschossen und die Messlatte für fragwürdige, schlecht recherchierte und überaus peinliche Berichterstattung eine ganze Ecke höher gelegt. Den Ausschnitt gibt es zur Zeit bei Youtube und wer ihn noch nicht gesehen hat, der muss nur bis zum Ende dieses Artikels scrollen. Wer mag, darf aber auch gerne weiterlesen – wir klären euch auf, was passiert ist.

Gleich zu beginn des Beitrags tönt der fragwürdige Satz der Moderatorin durch das Studio, dass wenn irgendwann einmal Außerirdische auf dem Planeten landen würden, sie „auf der Veranstaltung wirklich enge Freundschaften schließen“ könnten. Da fängt es mit den indirekten und teils auch direkten Beschimpfungen an. Der Satz suggeriert schon, dass Spieler scheinbar keine anderen Freunde finden könnten, als Außerirdische. Doch es geht noch weiter. Die Moderatorin zieht gleich den nächsten Paukenschlag aus der Tasche: „Wir wissen zwar, dass es um virtuelle Welten geht, trotzdem laufen da teilweise echte komische Gestalten herum.“ Das wollen wir an dieser Stelle lieber unkommentiert lassen. Dass es eine direkte Beleidigung gegen die Persönlichkeitsrechte und die freie Entfaltung ist, das sollte wohl klar sein.

Dann allerdings ging es erst richtig los. Die Reportage begann. Und die Korrespondenten sagten selbst, dass sie „versuchten, sie [die Messe-Besucher, anm. d. Autors] zu durchschauen. Doch ganz im Ernst: Gelungen ist ihnen das nicht. Zu Beginn treffen sie auf eine Gruppe Jugendlicher, welche ganz im Army of Two-Manier gekleidet sind. Es folgt eine Aufzählung, was wohl das seltsamste am Bilde sei: Die roten Haare einer der Jungen, das Bier in der Hand oder aber die Verkleidung mit Messern und Gewehren. Zumindest erster Punkt ist wieder eine direkte Beleidigung, könnte sogar, wenn der Betroffene es sieht, eine nette Anzeige nach sich ziehen. Das Bier in der Hand mag um diese Uhrzeit tatsächlich etwas seltsam anmuten und die Verkleidungen wohl auch. Zumindest auf Außenstehende. Diese beiden Punkte waren also zumindest legitim. Doch wie es weitergeht, das ist am Rande des Legitimen. Da kommt nämlich wieder so ein netter Satz aus dem Off: „Man fällt eher auf, wenn man nicht verkleidet ist. Entweder als grimmiger Masken-Zombie-Soldat, als liebesbedürftiges Tiger Drachen Monster oder so, als buntes was auch Immer.“ Ganz im Ernst: Auch wir waren auf der Messe. Und nur wenige Leute waren wirklich verkleidet. Und die beiden bunten was auch Immers sahen eigentlich sogar recht lustig aus. Doch genau sie wurden erst einmal direkt auf ihr Aussehen angesprochen und nicht nur aus dem Off beleidigt: „Geht ihr so auch in die örtliche Sparkasse?“ - Immerhin, die Spieler wussten sich zu wehren und antworteten ganz locker „Ja, gerade eben noch.“. Doch der RTL-Reporter lässt nicht locker und schiebt ein „Wird man dabei immer rausgeworfen...“ hinterher. Liebes RTL-Team: Köln hat sich auf solche Verkleidungen längst eingestellt. Und in jeder Bank ist man toleranter als in eurer Redaktion. Selbst mit Motorradhelm wird heute nicht mehr der stille Alarm ausgelöst. Und auch Ausländer dürfen in Banken gehen. Faszinierend, nicht wahr? Und Leute in Kostümen sowieso. Denn am Ende sind auch all diese Leute nur Menschen, ja sogar Kunden! Ach. Wir vergaßen. Ihr glaubt ja an Außerirdische.

Und es geht weiter. Wieder so ein Kommentar, wobei männliche Besucher der Messe eingeblendet werden: „Irgendwann in seinem Leben steht jeder pubertierender Junge vor der Frage, kaufe ich von meinen Taschengeld lieber einen Rasierapparat oder doch lieber ein Computerspiel? Wenn man sich da falsch entscheidet, landet man hier [gemeint ist die Gamescom. Anm. d. Autors], sagen Gerüchte... böse Gerüchte.“ Wieder müssen wir etwas sagen: Liebes RTL-Team, ein Großteil der Messebesucher war auch weiblicher Natur. Sieht man unter Verkleidungen vielleicht nicht immer, doch mit eurem Nachtprogramm müsstet ihr doch eigentlich große Oberweiten von Bierbrüsten unterscheiden können. Ah. Ne. Scheinbar nicht. Vergesst es einfach.

Im Anschluss wurden einige Spieler befragt: „Wieviel Gedanken machst du dir über dein Styleing“ - gleich nach der Frage wie viel er denn pro Tag spielen würde. Die Antwort: „Och, nicht so viel, ich bin wie ich bin.“, sagte der gute Mann ehrlich. Sein Recht, jeder darf aussehen wie er mag. Nur eben nicht bei RTL. Aber irgendwie muss man ja Kandidaten für „Das Model und der Freak“ finden, nicht wahr? Vielleicht plant RTL ja ein ähnliches Sendeformat wie die Kollegen von Pro 7. Ein Schnitt folgte. Ein anderer Spieler im Bild, mit einem Gimmick-Hut von der Messe auf dem Kopf: „Warum hast du diesen Hut auf?“, schallt es da. Der Junge erklärt, dass er es den Hut als Trophäe ansehe und schon folgt die Frage, ob er denn eine Freundin hätte.

Wie gut, dass somit gleich jedem männlichen Spieler unterstellt werden kann, er habe ebenfalls keine Freundin, was im Folgenden auch gemacht wird. Darum stünden schließlich auch die Messe-Hostessen (Unter Spielern bekannt als „Babes“) herum (Die stehen derweil auch auf allen anderen Messen. Und gäbe es eine Messe für Zahnbürsten, so würden sich leicht bekleidete Damen auch dort um die Stangen räkeln). Was folgt sind Beleidigungen gegen die Hygiene der Spieler, ohne zu erwähnen, dass es in Köln während der Messe geschätzte 30° Grad und mehr ohne klimatisierte Hallen hatte. Es kommt, wie es kommen muss: Ausgerechnet einen eindeutig als solchen zu klassifizierenden Metal-Head wird unterstellt, er lege kein Wert auf sein Äußeres. Wegen seinem Bart. Und seinen langen Haaren. Die Mehrheit aber trage, wahrscheinlich zum Glück, eher den Spielereinheitslook: Dunkle Schlabberklamotten die auch mal etwas streng riechen.

Liebes RTL-Reporterteam: Allein im Bekanntekreis haben mehr Nerds weibliche Begleitung, die nicht bezahlt ist, als Frauen in eurer Redaktion vorhanden sind. Zumindest wenn wir das grob im Kopf überschlagen müsste diese Aussage stimmen. Und selbst wenn nicht: Bei euch wird ja auch nicht auf Fakten geachtet. Dann braucht ihr euch aber auch nicht über massive Beschwerden beklagen, weshalb wir an dieser Stelle gerne auf ProgrammBeschwerde.de verweisen. Liebe Leser: Wenn euch diese Reportage auch so gut gefallen hat, wie dem gesamten Gamestrend-Team: Bitte, tut euch keinen Zwang an. Sagt eure Meinung.

Und falls RTL einen Explosiv-Bericht über unsere Redaktion drehen möchte: Kontaktiert uns bitte. Die nötigen Daten stehen im Impressum. Wir freuen uns schon jetzt - auf den anstehenden Verriss der Reportage. - Michael Hoss

Kommentare
Kathy
Hi Leute!
Den Bericht findet ihr auch unter Vimeo.com.
Echt eine unglaubliche Frechheit. War selber da und habe echt das Gefühl die berichten von einer ganz anderen Messe. Hat nur noch das Thema "Amok-Läufer" gefehlt. Dann hätten se wohl alles drin gehabt. Was für ein Sender!

Bei Vimeo gibt's übrigens auch die tolle Antwort von Giga dazu. Sehenswert ;-)

Liebe Grüße
Kathy

PS: RTL hat auf seiner Seite ein 15 sek. Stellungnahme gestellt.
25.08.2011 - 22:06
Khezul
Och Mensch, will das Video auch sehen.
25.08.2011 - 19:37
ager
Kann man nicht igrnedwie rechtlich gegen die vorgehen ?
25.08.2011 - 10:13
Ravior
erbärmlicher artikel der redaktion und einfach nur eine erniedrigung aller gamescom besucher!

DAS was hier passiert ist, ist einfach nur alle Leute, die sich für Videospiele interessieren in eine Schublade gesteckt und aufs unterste niveau beleidigt.
24.08.2011 - 23:55
Bifi96
RTL soll sich lieber mal darum kümmern, manierliche und sehenswerte Sendungen auszustrahlen, anstatt eine solche Schrottreportage zu zeigen! Ganz ehrlich ... wenn ich Mittags auf RTL schalte und schon sehe, welche nervenden und sowas von schlecht gespielten Sendungen, wie z.B. 'Das Model und der Freak' oder 'Verdachtsfälle, am laufen sind, könnte ich schon kotzen.
Vor lauter Sendungen wissen die Mitarbeiter von RTL schon gar nicht mehr, welche schlechte Sendung sie als nächstes zeigen sollen!

Beste Grüße, Steffen
24.08.2011 - 23:17
TheHoppingCuboid
Das deutsche Fernsehen liefert in letzter Zeit nur noch Schwachsinn - manche Konsumenten kann man anscheinend nur noch bei der Stange halten, indem man sich einer "Randgruppe" (Pfff...) nach der anderen bedient ...
24.08.2011 - 23:11
Anonym
Ehrlich gesagt hatte ich nichts anderes erwartet es ist eben RTL. Wobei ich es unnötig finde sich darüber aufzuregen das ist es einfach nicht wert. Es ist fast schon bemitleidenswert wie RTL versucht Leute zum zugucken zu bewegen.
24.08.2011 - 21:04
Slade888
Scheiß Bericht.. Das geht besser!!!

Die haben sich aber auch wieder die Besten rausgesucht-.-
24.08.2011 - 20:12
gameboy
Frechheit ... drecks RTL ... der Sender von "Mitten im Leben", "Verdachtsfälle" und nicht zu vergessen "Familien im Brennpunkt". Niveaufernsehen auf höchstem Niveau ... was will man da erwarten!? Gute Reporter sind überall ... aber nicht bei diesem Sender!!!
24.08.2011 - 19:24
Christo1985
Naja das ist typisch RTL, die Jugend erreichen Sie mit ihrem Programm nicht mehr, dann zieht man halt darüber her. Aber so ist das nunmal in der Welt von RTL und das wird sich auch nicht ändern. Es werden immer wieder "Randgruppen" für die Einschaltquote bluten.
Aber es ist wahrscheinlich geschafft, was erreicht werden wollte......GENAU, man ist wieder im Gespräch!!!! So läuft das nunmal in den heutigen Medien.

Es geht auch anders, wie es dieser Bericht aus den RTL 2 News beweist.
Und siehe da, es gibt ja auch ganz normale Menschen die zocken...

Was die Programmbeschwerde angeht, ich würde gerne etwas schreiben, aber die Seite funktioniert nicht. Ich hoffe das es wegen einer Überlastung der Fall ist. Ich werde es auf alle Fälle weiterhin versuchen...
24.08.2011 - 19:20
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